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Die Afrikaner sind Künstler in vieler Hinsicht.
Nicht nur was Musik, Tanz, und die so genannten "schönen Künste” betrifft.

Sie sind auch die Künstler des Raumes der Ruhe und der Zeit. Im Gegensatz zum Europäer, der die Zeit spart, haben sie Zeit. Das merken wir dann, wenn wir darauf warten, dass der Bus endlich abfährt. Er tut dies erst wenn er voll ist. Hier kommt der Raum mit ins Spiel. Zum Beispiel ein 9 Sitzer Toyota (wie wir ihn unten im Bild sehen), bekommt bei seiner Ankunft in Guinea als erstes 16 Sitze verpasst. Der vordere Beifahrersitz, bleibt in seinem Originalzustand, nimmt aber ab sofort doppelt soviel Personen auf. Bei den Fahrten zwischen den Dörfern sieht das oft nicht mehr nach Personentransport sondern nach: Wir stellen einen neuen Weltrekord auf - wie viele Menschen und Tiere passen in, auf und um ein Auto. Voll-bepackt

Die Strassen kämpfen mit den extremen Wetterbedingungen; ein halbes Jahr heiss und trocken, ein halbes Jahr Regen, und geben irgendwann auf. Wie gut, dass unser Fahrer jedes Loch auf der Strecke kennt. Die Strecke zwischen Mammou und Kouroussa wurde erst vor einigen Jahren fertiggestellt, ist aber inzwischen schon wieder von Schlaglöchern übersät, dennoch schaffen wir die rund 600km von Conakry bis Baro an einem Tag.


Am "trentesix” (Die offizielle Stadtgrenze von Conakry 36(trentesix)km von der Spitze der Halbinsel entfernt) verlassen wir offiziell die Stadt Conakry, sehen aber dann, dass die reale Stadt Conakry sich schon längst nicht mehr an seine virtuellen Grenzen hält, und sich ungehindert ausbreitet. Dennoch wird die Bebauung lockerer und bald haben wir das Gefühl unterwegs zu sein.

Die ersten Berge werden sichtbar und bald geht es aufwärts ins "Fouta Djalon” der Heimat der Fulbe/Fula/Peul/Pular. Wir fahren lange am Rande des Fouta Djalon entlang und nähern uns allmählich der Hochebene (l`haut Guinée), auf der die Malinké beheimatet sind. In Kouroussa befindet wir uns in der Stadt, die früher einmal die zentrale Bedeutung in dieser Region hatte, inzwischen aber von Kankan (falls du diesem Link gefolgt bist: das mit der Eisenbahnlinie ist Quatsch) abgelöst wurde. (Warum und wie, das ist eine längere Geschichte - und eine andere). Stop-unterwegs
Für eine Pause sind wir immer dankbar und Hunger haben wir wahrscheinlich auch. Also stärken wir uns in Kouroussa für die letzten 90 km bis nach Baro, wo wir irgendwann in der Nacht ankommen, und am nächsten Morgen feststellen, dass wir in einer ganz anderen Welt angekommen sind.








Conakry - Coyah - Kindia - Mammou - Dabola - Kouroussa - Baro


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